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Liedtext

Engel auf den Feldern singen,
stimmen an ein himmlisch Lied,
und im Widerhall erklingen
auch die Berge jauchzend mit:
Gloria in excelsis Deo!

Sagt mir, Hirten, wen die Freude,
wen das Lied der Engel gilt.
Kommt ein König, daß die Weite
so von Jubel ist erfüllt?
Gloria in excelsis Deo!

Christ, der Retter, stieg hernieder,
der sein Volk von Schuld befreit,
und der Engel Dankeslieder
künden uns die Gnadenzeit.
Gloria in excelsis Deo!

Laßt nach Bethlehem uns ziehen,
das ihn birgt im armen Stall,
laßt uns betend vor ihm knien,
singen ihm mit Freudenschall.
Gloria in excelsis Deo!

Hirten, nun verlaßt die Herden,
stimmt ins Lob der Engel ein,
daß die Lüfte tönend werden
von dem Klange der Schalmei'n.
Gloria in excelsis Deo!

Hört, der Engel helle Lieder klingen das weite Feld entlang,
und die Berge hallen wider von des Himmels Lobgesang:
Gloria in excelsis Deo

Hirten, warum wird gesungen? Sagt mir doch eures Jubels Grund!
Welch ein Sieg ward denn errungen, den uns die Chöre machen kund?
Gloria in excelsis Deo

Sie verkünden uns mit Schalle, dass der Erlöser nun erschien,
dankbar singen sie heut alle an diesem Fest und grüßen ihn.
Gloria in excelsis Deo

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    Die Noten von Gloria in excelsis Deo
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Gloria in excelsis Deo („Ehre sei Gott in der Höhe“) (BWV 191) ist eine Festmusik von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Weihnachtskantate 1742 in Leipzig. Er bearbeitete dabei Musik, die er 1733 in einem Gloria für den Dresdner Hof komponiert hatte und die er später als Gloria seiner h-Moll-Messe verwendete.

Geschichte und Text

Bach komponierte die Musik zur Umrahmung einer akademischen Rede bei einer Universitätsfeier, die am 1. Weihnachtsfeiertag 1742 in der Paulinerkirche stattfand. Er bearbeitete dabei Musik, die er 1733 in Kyrie und Gloria für den Dresdner Hof komponiert hatte und die er später seiner h-Moll-Messe eingliederte. Sie ist einzigartig unter seinen Kantaten, weil sie aus vorgenanntem Zusammenhang in lateinischer Sprache abgefasst und für fünfstimmigen Chor gesetzt ist. Zudem ist sie mit einer Aufführungsdauer von nur etwa 15 Minuten wesentlich kürzer als vergleichbare Werke. Die Kantate bezieht sich auf den in der Festrede behandelten Bibelabschnitt aus der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas (Lk 2,14 EU).

Besetzung und Aufbau

Die Kantate ist festlich besetzt mit zwei Vokalsolisten (Sopran und Tenor), fünfstimmigem Chor mit zwei Sopranstimmen, drei Trompeten, Pauken, zwei flauto traverso, zwei Oboen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo. Das autographe Titelblatt trägt die Aufschrift „J.J. Festo Nativit: Xsti. Gloria in excelsis Deo. à 5 Voci. 3 Trombe Tymp. 2 Trav 2 Hautb. 2 Violini Viola e Cont. Di J.S.B.“.

  1. Coro: Gloria in excelsis Deo

post orationem (nach der Predigt)

  1. Duetto (soprano, tenor): Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto
  2. Coro: Sicut erat in principio

Musik

Der erste Satz (Gloria) stimmt fast vollständig mit dem entsprechenden Satz der Messkomposition überein, während der zweite und dritte Satz eng an ihr Vorbild angelehnt sind. Die Doxologie beginnt mit dem Duett Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto, das Bach aus dem Domine Deus der Messe entwickelte, der Schlusschor Sicut erat in principio beruht auf Cum sancto spiritu. Einzelne Stimmen, zum Beispiel der fugierte Teil Sicut erat in principio, sind in der Kantate von Instrumenten verstärkt. Bach übernahm diese Änderungen jedoch nicht in die gültige Abschrift der h-Moll-Messe, und überließ es damit der Spekulation, ob er sie als Verbesserungen ansah.

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