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Liedtext

Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all’!
Zur Krippe her kommet in Betlehems Stall
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht.

O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall,
seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl,
den lieblichen Knaben, das himmlische Kind,
viel schöner und holder, als Engelein sind.

Da liegt es – das Kindlein – auf Heu und auf Stroh;
Maria und Josef betrachten es froh;
die redlichen Hirten knie’n betend davor,
hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

Manch Hirtenkind trägt wohl mit freudigem Sinn
Milch, Butter und Honig nach Betlehem hin;
ein Körblein voll Früchte, das purpurrot glänzt,
ein schneeweißes Lämmchen mit Blumen bekränzt.

O betet: Du liebes, Du göttliches Kind
was leidest Du alles für unsere Sünd’!
Ach hier in der Krippe schon Armut und Not,
am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.

O beugt wie die Hirten anbetend die Knie,
erhebet die Hände und danket wie sie!
Stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freu’n,
stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!

Was geben wir Kinder, was schenken wir Dir,
du Bestes und Liebstes der Kinder, dafür?
Nichts willst Du von Schätzen und Freuden der Welt –
ein Herz nur voll Unschuld allein Dir gefällt.

So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin;
wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn –
und mache sie heilig und selig wie Dein’s,
und mach sie auf ewig mit Deinem nur Eins.

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    Die Noten von Ihr Kinderlein kommet
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Ihr Kinderlein, kommet (ursprünglich Die Kinder bey der Krippe) ist ein kirchliches Weihnachtslied.

Der katholische Pfarrer und geistliche Schriftsteller Christoph von Schmid trat aus gläubiger Überzeugung und aus pädagogischer Berufung für Kinder auf. Schmid schrieb daher rund 50 kleine Erzählungen mit pädagogischen Anliegen in einer für Kinder verständlichen Sprache. Er zeigte ihnen in Beispielgeschichten, wie Gott das Gute siegen lässt.

Besonders berühmt geworden ist sein ursprünglich achtstrophiges Weihnachtsgedicht Die Kinder bey der Krippe. Über die Entstehungszeit des Textes kursieren verschiedene, teils legendenhafte, Angaben. Einer heute verschollenen Chronik zufolge soll Schmid das Gedicht bereits vor 1795 während seiner Kaplanszeit in Nassenbeuren, heute Ortsteil von Mindelheim, in der barocken Kapelle Maria Schnee verfasst haben. Dafür gibt es allerdings keine Belege in den Briefen und Aufzeichnungen Schmids. Ein von Ursula Creutz erwähntes, auf 1794 datiertes, Autograph mit der Variante „Ihr Kinderchen kommet“ ist nicht auffindbar. Diese Datierung wird daher von der Forschung zurückgewiesen. Das Evangelische Gesangbuch, das katholische Gotteslob und Ulrich Parent datieren den Text ohne Angabe von Quellen auf 1798. Das derzeit einzig nachweisbare Autograph, das in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg verwahrt wird, stellt vermutlich die Urschrift des Gedichts dar, wie die vielen Korrekturen, Streichungen und Änderungen nahelegen, und keine Abschrift „mit stark korrigiertem Text“, wie Ursula Creutz meinte. Durch eine Wasserzeichenuntersuchung dieses Autographs konnte ermittelt werden, dass die Handschrift keinesfalls vor 1803, unter Berücksichtigung weiterer Indizien wohl um 1808/10 in Thannhausen entstand. Zu dieser Datierung passt auch, dass der Text zuerst 1811 in der von Schmid anonym herausgegebenen zweiten Auflage von Christliche Gesänge zur öffentlichen Gottesverehrung in Augsburg veröffentlicht wurde, noch nicht jedoch in der ersten Auflage von 1807. Erstmals mit Namensnennung des Autors wurde das Gedicht 1818 in Schmids Sammlung Blüthen, dem blühenden Alter gewidmet aufgenommen.

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