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Liedtext

Morgen, Kinder, wirds was geben!
Morgen werden wir uns freun!
Welche Wonne, welches Leben
Wird in unserm Hause seyn;
Einmal werden wir noch wach,
Heysa, dann ist Weihnachtstag!

Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl,
schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal.
Wißt ihr noch vom vor'gen Jahr,
wie's am Weihnachtsabend war?

Wißt ihr noch mein Räderpferdchen,
Malchens nette Schäferin,
Jettchens Küche mit dem Herdchen
und dem blankgeputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
mit der gelben Violin?

Wißt ihr noch den großen Wagen
Und die schöne Jagd von Blei?
Unsre Kleiderchen zum Tragen
Und die viele Näscherei?
Meinen fleißgen Sägemann
Mit der Kugel unten dran?

In manchen Drucken wird noch eine weitere Strophe unbekannter Herkunft eingeschoben:

Wißt ihr noch die Spiele, Bücher
Und das schöne Schaukelpferd,
Schöne Kleider, woll’ne Tücher,
Puppenstube, Puppenherd?
Morgen strahlt der Kerzen Schein,
Morgen werden wir uns freu’n.

Welch ein schöner Tag ist morgen,
Viele Freuden hoffen wir!
Unsre lieben Eltern sorgen
Lange, lange schon dafür.
O gewiß, wer sie nicht ehrt,
Ist der ganzen Lust nicht wert!

  • Image
    Die Noten von Morgen Kinder wird's was geben
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Morgen, Kinder, wird’s was geben (ursprünglicher Titel: Die Weihnachtsfreude) ist ein deutsches Weihnachtslied.

Zur Entstehung des Liedes gibt es verschiedene Darstellungen. Max Friedlaender druckt in seinem Buch Das deutsche Lied im 18. Jahrhundert die erste Strophe ab und gibt an, dass sie 1795 in der 2. Auflage der Lieder zur Bildung des Herzens von Karl Friedrich Splittegarb (1753–1802) aus Mittel Steinkirch bei Lauban in der Oberlausitz zum ersten Mal veröffentlicht worden ist. Der Text trägt bei Splittegarb den Titel Die Weihnachtsfreude und besteht aus sieben Strophen. Er geht aber auf ein älteres Lied zurück, das mit den Worten Morgen! Morgen wird’s was geben! beginnt und in der 1779–82 erschienenen Kleinen Kinderbibliothek von Joachim Heinrich Campe (1746–1818) abgedruckt ist. Wohl wegen des Titels Frizchens Weihnachtsfreude wird in manchen Auflagen von Büchmanns Geflügelten Worten die Vermutung ausgesprochen, hinter dem unbekannten Autor dieses Gedichts könne sich eventuell Christian Adolph Overbeck verbergen. In Overbecks Sammlung Fritzchens Lieder ist das Gedicht jedoch nicht nachweisbar. Dieses Lied war 1783 von Johann Philipp Kirnberger (1721–1783) und 1787 von Johann Friedrich Reichardt (1752–1814) vertont worden.

Vertonungen von Splittegarbs neuem Text erschienen unter anderem 1809 in der Neuen praktische Singschule für Kinder von Carl Gottlieb Hering (1766–1853) und 1811 in den Melodien zur Liedersammlung von Martin Friedrich Philipp Bartsch (1770–1833). Friedlaender gibt für letztere Melodiefassung (mit Fragezeichen) Bartsch als Komponisten an. In mehreren Liederbüchern wird der Text des Liedes fälschlich Bartsch zugeschrieben. Er soll ihn 1809 auf eine Berliner Volksweise verfasst haben.

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