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Liedtext

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, Christenheit!

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Osterzeit!
Welt liegt in Banden, Christ ist erstanden:
Freue, freue dich, Christenheit!

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Pfingstenzeit!
Christ, unser Meister, heiligt die Geister:
Freue, freue dich, Christenheit!

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    Die Noten zu o du fröhliche
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O du fröhliche ist eines der bekanntesten deutschsprachigen Weihnachtslieder. Dichter der ersten von drei Strophen ist der Weimarer „Waisenvater“ Johannes Daniel Falk (1768–1826), die beiden folgenden wurden von Heinrich Holzschuher (1798–1847) aus Wunsiedel in ihre heute gebräuchliche Form umgeschrieben.

Nachdem Johannes Daniel Falk vier seiner sieben Kinder durch eine Typhusseuche verloren hatte, gründete er in Weimar das „Rettungshaus für verwahrloste Kinder“. Den dort aufgenommenen Kindern widmete er vermutlich 1815 das heute als Weihnachtslied bekannte O du fröhliche.

Falk verwendete die Melodie eines Marienlieds, das auf den Text O sanctissima, o purissima (piissima), dulcis virgo Maria in Sizilien gesungen wird. Falk fand dieses Lied vermutlich in der 1807 postum erschienenen zweiten Ausgabe von Johann Gottfried Herders (1744–1803) Sammlung Stimmen der Völker in Liedern. Bis vor wenigen Jahren war man davon ausgegangen, dass Herder das Lied bei einer Italienreise selbst aufgezeichnet habe. Barbara Boock vom Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg stellte jedoch 2003 fest, dass keine entsprechende Aufzeichnung in Herders Nachlass nachweisbar ist. Vielmehr sei das Lied bereits 1792 als Sicilian mariner’s hymn to the virgin im European Magazine and London Review erschienen. Da die Melodie exakt übereinstimmt, und Herder die Zeitschrift aus der Weimarer Hofbibliothek gekannt haben könnte, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dieser Druck Herders Vorlage war. Die Charakterisierung der Vorlage als „Hymne“ lässt Fragen aufkommen, ob die (wohl von Herder stammende) Übersetzung „Schifferlied“ akkurat ist, zumal der lateinische Text ein Kirchenlied nahelegt.

In seiner Urfassung war das Lied ein von Falk so bezeichnetes „Allerdreifeiertagslied“, in dem die den drei Hauptfesten der Christenheit Weihnachten, Ostern und Pfingsten zugrunde liegenden Heilstaten besungen wurden.

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