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Liedtext

Tochter Zion, freue dich!
Jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir!
Ja, er kommt, der Friedensfürst.
Tochter Zion, freue dich!
Jauchze laut, Jerusalem!

Hosianna, Davids Sohn,
sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ew’ges Reich.
Hosianna in der Höh’.
Hosianna, Davids Sohn,
sei gesegnet deinem Volk!

Hosianna, Davids Sohn,
sei gegrüßet, König mild!
Ewig steht dein Friedensthron,
du, des ew’gen Vaters Kind.
Hosianna, Davids Sohn,
sei gegrüßet, König mild!

CHORUS OF YOUTHS
See, the conqu’ring hero comes!
Sound the trumpets, beat the drums.
Sports prepare, the laurel bring,
Songs of triumph to him sing.

CHORUS OF VIRGINS
See the godlike youth advance!
Breathe the flutes, and lead the dance;
Myrtle wreaths, and roses twine,
to deck the hero’s brow divine.

CHORUS OF ISRAELITES
See, the conqu'ring hero comes!
Sound the trumpets! Beat the drums!
Sports prepare! The laurel bring!
Songs of triumph to him sing!
See, the conqu'ring hero comes!
Sound the trumpets! Beat the drums!

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    Die Noten von Tochter Zion, freue dich
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Tochter Zion, freue dich ist ein im deutschsprachigen Raum als Adventslied bekanntes Werk. Es basiert auf von Friedrich Heinrich Ranke (1798–1876) umgetexteten Chorsätzen aus Georg Friedrich Händels Oratorien Joshua und Judas Maccabäus.

Im Jahr 1747 komponierte Händel den Satz See, the conqu’ring hero comes für den 3. Akt des biblischen Oratoriums Joshua (HWV 64), dessen Libretto von Thomas Morell (1703–1784) stammt. Im Rahmen der Landnahme Kanaans unter der Führung Josuas hat der junge Otniël die Stadt Kirjat-Sefer (Debir) erobert. Nun kehrt er zurück, um Achsa, die Tochter des Kaleb, zur Frau zu nehmen, die ihm für den Fall seines Sieges vom Vater versprochen war. Der Jubelchor, mit dem er empfangen wird, leitet das Finale des Oratoriums – Liebesduett und Schlussgebet des Volkes – ein.

Den Chor, der Terzparallelen in den Oberstimmen enthält, fügte Händel auch in die 1751 entstandene Neufassung seines Oratoriums Judas Maccabaeus (HWV 63) ein. Das Oratorium ist in Allegorie zu dem jüdischen Freiheitskämpfer Judas Makkabäus dem Duke of Cumberland, William Augustus, zugeeignet worden, dessen vernichtenden Sieg über den Prätendenten des britischen Throns, Charles Edward Stuart, in der Schlacht von Culloden am 16. April 1746 es feiert. Seither gehört die Melodie ins feste Repertoire englischer patriotischer Gesänge und wird als eines der Hauptthemen in der Fantasia on British Sea Songs von Henry Wood (1905) jährlich in der Last Night of the Proms aufgeführt.

Kirchenlied – Vergleich zu den Chorvorlagen

Im Joshua wie auch im Judas Maccabäus erklingt der Satz zunächst als dreistimmiger Chor der Jünglinge (T. 1–32) mit einstimmiger Orgelbegleitung, wobei die Wiederholung des A-Teils mit zwei solistischen Hörnern besetzt ist, danach als zweistimmiger Chor der Jungfrauen (T. 33–56) mit zwei Traversflöten und Orgel, schließlich als vierstimmiger Chorsatz (T. 57–72), begleitet von Hörnern, Flöten, Streichern und Generalbass. Dabei variiert Händel die Melodie der Sopranstimme rhythmisch und in einzelnen Tönen von Strophe zu Strophe.

Beide Chorsätze Händels stehen in G-Dur. Die spätere Version Friedrich Heinrich Rankes für vierstimmigen Chor steht dagegen in Es-Dur. Die Stimmen von Alt, Tenor und Bass sind mit Händels Version der Takte 57 bis 72 identisch, außer in T. 13–14 (Ranke) bzw. T. 69–70 (Händel), in denen Ranke die Stimmkreuzung von Tenor und Bass und die Terzverdoppelung im Tenor vermeidet, indem er den Bass nach unten oktaviert und den Tenor den Grundton singen lässt. Die Sopranstimme übernimmt zunächst die Melodie der Takte 57 bis 60 (T. 1–4 bei Ranke), orientiert sich dann aber an den Varianten von T. 29–30 (T. 5–6 bei Ranke) und T. 55–56 (T. 7–8 bei Ranke), um dann wieder die Melodie von T. 65 bis 72 zu übernehmen (T. 9–16 bei Ranke).

Gemeinsam sind dem Kirchenlied Rankes und den händelschen Versionen die einfache akkordische Struktur in gängigen Kadenzstufen, sowie die simultane Deklamation des Textes in allen vier Stimmen.

Deutsches Adventslied

Geschichtliches

Das Adventslied Tochter Zion, freue dich (GL 228, EG 13, RG 370, MG 240 und FL 187) entstand in seiner jetzigen Form um 1820 in Erlangen. Der evangelische Theologe Friedrich Heinrich Ranke legte einen Text nach Sach 9,9 LUT auf den Chorsatz von Georg Friedrich Händel und fügte zwei weitere Strophen hinzu, die das kommende, ewige Friedensreich Jesu Christi besingen.

Ranke entwarf es für den musikalischen Salon von Karl Georg von Raumer. Dessen Schwägerin Louise Reichardt veröffentlichte das Lied 1826 in ihrer in Hamburg herausgegebenen Sammlung Christliche, liebliche Lieder, unter der Überschrift Am Palmsontage. Über diese Publikation gelangte das Lied in Schulliedersammlungen und wurde populär.

Im Dritten Reich wurde das Lied wie etliche andere Lieder aufgrund des nationalsozialistischen antichristlichen und antisemitischen Drucks auf die Religionsausübung aus Weihnachtsliedersammlungen entfernt.

 

Interpretation

In dem Sacharja-Text in der ersten Strophe wird die allegorische Person Zion (das personifizierte Jerusalem) aufgerufen, sich darüber zu freuen, dass der in den folgenden Strophen umjubelte Davidssohn zu ihr kommt:

„Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer,
arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. (Sach 9,9 LUT)“

Der Liedtext ist eng mit den ersten beiden Adventswochen verbunden. So lautet der Introitus des 2. Adventssonntags: Populus Sion, ecce Dominus veniet ad salvandas gentes, „Volk von Zion, siehe, der Herr wird kommen, zu retten die Völker.“ Am 1. Sonntag im Advent wird in der evangelischen Kirche der Einzug Jesu in Jerusalem (Mt 21,1–9 LUT) als Evangelium gelesen:

„Dies geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch das Wort des Propheten: ‚Saget der Tochter Sion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig und reitend auf einem Esel und einem Füllen, dem Sprößling des Saumthieres‘. […] Die Massen aber, die ihm vorausgiengen, und die nachfolgten, riefen: ‚Hosianna dem Sohn Davids, gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn‘, Hosianna in der Höhe.“

Matthäus 21,4–5.9

Die auf Jesus bezogenen messianischen Hoheitstitel wie Friedefürst und der Ewigkeitsbezug stammen aus dem zu Weihnachten gelesenen Jesajavers 9,5f. LUT: „Uns ist ein Kind geboren. Ein Sohn ist uns gegeben. […] Und er heißt: […] ewig Vater, Friedefürst.“

Das zugrunde liegende Thema, dass sich Zion auf die Ankunft des Herrn freut, wird schon als endzeitliche Hochzeitsvorbereitung in dem evangelischen Kirchenlied Wachet auf, ruft uns die Stimme verarbeitet. Dort heißt es in der zweiten Strophe:

„Zion hört die Wächter singen,
Das Herz tut ihr vor Freuden springen,
Sie wachet und steht eilend auf.“

Auch in der Alt-Arie Bereite Dich Zion aus Bachs Weihnachtsoratorium wird dieses Thema behandelt:

„Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben,
Den Schönsten, den Liebsten bald bei dir zu sehn!
Deine Wangen – Müssen heut viel schöner prangen,
Eile, den Bräutigam sehnlichst zu lieben!“

Deutsches Weihnachtslied

Das Lied wird ebenfalls als Weihnachtslied gesungen. Der Text taucht in der katholischen zweiten Weihnachtsmesse – der Messe am Morgen – in der Kommunion-Antiphon wieder auf, die da lautet:

„Jauchze, Tochter Zion, juble, Tochter Jerusalem;
denn sieh, dein König kommt, der Heilige, der Heiland der Welt.“

In anderen Sprachen

Osterlied

In englischsprachigen Ländern sowie in Norwegen und in den Niederlanden dient die Melodie unter dem Namen Judas Maccabaeus auch dem Osterlied Thine is/be the glory, risen, conqu’ring Son, Deg være ære beziehungsweise U zij de Glorie. Der zunächst französisch geschriebene Text von Edmond Louis Budry wurde 1885 in Chants Évangeliques in Lausanne veröffentlicht, 1923 von Richard B. Hoyle ins Englische und 1947 von Arne Fjelberg ins Norwegische übertragen. Auch in der Romandie gilt dieses Lied als Osterlied mit dem französischen Text.

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