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Die Geschichte hinter dem Projekt …

Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie. Traditionsgemäß ist man an Weihnachten nicht gern allein. Viele Kinder warten an Heiligabend ungeduldig auf das Essen, um später am Weihnachtsbaum die Geschenke zu öffnen. Die Erwachsenen sitzen dabei zusammen und erfreuen sich mit Ihnen.

Nehmen wir mal an, dass nicht alle dieses Erlebnis haben. Vielleicht wollen sie nicht mit der Familie feiern. Das ist in Ordnung und da wollen wir auch nicht stören. Was ist aber, wenn sie nicht mit der Familie feiern können? Was ist, wenn es weder noch ist, und den Menschen geht es im Allgemeinen schlecht, vielleicht sind sie krank, vielleicht haben sie andere gesehen, wie sie besucht werden und fühlen sich dann besonders allein. Aus diesem "Vielleicht" können wir ein "Definitiv" machen: Es gibt leider Menschen, denen es nicht gut geht und das ist immer schwer, aber besonders an diesem Abend.

Wir können nicht jedem helfen, aber wir können uns ein paar Stellen aussuchen, wo wir wissen, dass dort Menschen sind, die sich auf jeden Fall freuen würden, wenn sie mal einen anderen Alltag erleben. Wenn sie mal für ein paar Minuten wieder in eine Zeit tauchen können, in der alles in Ordnung war. In eine Zeit oder eine Welt, in der Lachen, Freude und Nächstenliebe noch existierten … Wir suchen uns Orte aus, wo Menschen nicht mehr entscheiden können, ob sie feiern wollen und mit wem. Es sind Menschen, die das ertragen müssen, was ihnen zugestoßen ist. Aus diesem Grund wollen wir Kinder und deren Familien, die im Krankenhaus sein müssen, Mut und Stärke geben, den Senioren im Heim, ein lächeln und eine Zeitreise schenken und den helfenden Menschen den Weihnachtsabend ein bisschen verschönern - denn ist das nicht der eigentliche Gedanke an Weihnachten?

Wie können wir so etwas vorbereiten und vor allen Dingen, gehen wir tatsächlich mit leeren Händen dahin?

Der 3-Punkte-Plan

Echt jetzt - an Weihnachten soll es einen 3-Punkte-Plan geben? Naja, nicht wirklich, aber es hilft die Sache etwas zu strukturieren.

Phase 1: Wir brauchen Geschenke. Da Geschenke teuer sind, haben wir uns gedacht, dass wir die Geschenke selber machen können - das macht Spaß, fördert das Gemeinwohl und die Weihnachtsstimmung kommt auch fast von alleine.

Phase 2: Wir packen die Geschenke ein. Gegen Ende der Aktion haben wir eine ungefähre Vorstellung, wie viele Leute wir ungefähr besuchen werden. Aber keine Sorge, obwohl wir seit 1999 an dem Projekt arbeiten, kann ich sagen, dass wir trotz allem immer wieder auf neue Situationen stoßen.

Phase 3: Der Tag, für den wir so lange gearbeitet haben ist dann endlich da. Mit all der positiven Energie, die wir gesammelt haben dürfen wir zu den Menschen gehen und sie belustigen, aufpäppeln, ihnen zuhören mit ihnen tanzen aber auch mit ihnen weinen. Bei manchen wissen wir, dass das das letzte Weihnachten sein wird und mit anderen dürfen wir uns auf baldige Genesung freuen …

Phase 4: Wenn wir noch die Power und die Lust haben, treffen wir uns nochmal um einen schönen Abschluss zu haben. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht … Die Erinnerungen kann uns keiner wegnehmen … und die Leute, die von uns gegangen sind, werden dadurch immer ein Teil in uns sein …

Tja, aus dem 3-Punkte-Plan ist wohl nichts geworden - es sind Phasen, statt Punkte und es sind 4 … Na und? Die Hauptsache ist doch, das es funktioniert, oder? Und Du und ich wir haben unseren Spaß … denn das ist es doch, was zählt …

Phase 1: Geschenke besorgen

Bei dieser Phase haben wir uns entschieden, dass wir die Geschenke backen … Nein, keine Angst - wir werden keine Spielekonsole in den Backofen stecken. Nein wir backen einfach nur Plätzchen. Das "Problem" ist das "einfach" und das "nur". Denn es sind viele Plätzchen … es sind sehr viele Plätzchen. Was brauchen wir dafür?

Nun, als erstes brauchen wir Leute, die uns helfen wollen, diese Plätzchen herzustellen.

Dann brauchen wir auch noch die Zutaten, damit wir auch etwas zu tun bekommen.

Zu guter Letzt fehlt uns dann noch eine Möglichkeit, diese Zutaten miteinander zu vermengen.

Zum Glück gibt es immer wieder nette Menschen, soziale Institutionen und liebe Freunde, die uns gerne unter die Arme greifen. So wird jedes Jahr in die Runde gefragt, wer mitmachen möchte … und es kommen immer wieder Leute, die Spaß daran haben. Jeder bringt ein bisschen was mit, so muss nicht einer die ganze Rechnung allein tragen. Und zu guter Letzt gibt es Großküchen, die uns mit vielem Bedienen, was wir brauchen.

Für mich ist das ein Beweis, dass Menschlichkeit immer noch existiert. Und wer tatsächlich mitmacht, der kann sich ja mal eine Sekunde davonstehlen, und sich das treiben einmal ansehen: Es ist herzerweichend, wie viele Menschen es gibt, die selbstlos für andere Menschen ihre Zeit opfern.

Aber zurück zum Thema:

Was vielen in dem Projekt oft nicht so bewusst ist, es gibt auch größere Organisationen, die das Projekt schon seit Jahren unterstützen - wir bekommen also auch von anderen Seiten Geschenke, die wir verteilen dürfen. Zum Schluss haben wir also alle Geschenke da …

Phase 2: Geschenke verpacken

Geschenke haben ist nicht gleich Geschenke verteilen, dazwischen kommt das Verpacken. In der Vergangenheit haben wir schon etliche Sessios gehabt, wo teilweise einzelne die ganze Nacht die Geschenke eingetütet haben. Nur für diese Leute ist dieser Abschnitt hier - Danke an Euch ;)

Aber aus Erfahrung lernt man, weshalb wir diesen Schritt nicht mehr vergessen und ihn definitiv hier erwähnen. Also: Nicht vergessen! Die Geschenke bitte EINPACKEN!

Phase 3: Geschenke verteilen

Und dann endlich ist es soweit, der Tag ist endlich da … Wenn wir über "den Tag" reden, dann ist der 24.12. gemeint. Viele Fragen mich, ob es tatsächlich der 24. sein muss, immerhin müssen die meisten zu den Familien und haben viel zu tun. Doch wenn wir uns an den Prolog erinnern - es muss genau dieser Tag sein. Denn an diesem Tag ist es in Deutschland für viele sehr schwierig, die Erwartungen sind hoch und einige werden enttäuscht. Und genau das ist es, was wir den Menschen an diesem Tag schenken wollen - es geht nicht um die Plätzchen, es geht nicht um andere Utensilien, es geht nicht um Konsum oder um Völlerei: Es geht darum den Menschen ein kleines Licht zu schenken, ein paar Minuten voller Liebe.

Doch wie können wir das schaffen? Es ist einfacher, wenn wir nicht wie die Personen auftauchen, die wir sind. Es ist einfacher, wenn wir als das Symbol gehen, was sowieso jeder kennt und zu dieser Zeit gefeiert wird. Wir besuchen sie als Weihnachtsmann und Co.

Jeder sucht sich eine Figur aus, die er gerne spielen würde und bleibt in der Rolle, solange Gäste in der Nähe sind. Wir spielen also keine Figur, wir werden zu dieser Figur. Das Resultat ist nicht nur verblüffend, sondern auch genial: Die Menschen öffnen sich, sie lachen, sie tanzen, sie erzählen, sie weinen, sie freuen und sie singen mit einem. Egal ob ernst oder lustig man hat einen einfacheren Zugang. Natürlich gibt es auch Leute, die es ablehnen … aber dafür gibt es auch andere Leute, auch aus unserer Gruppe, die sich für sie zeitnehmen können, wenn sie wollen. Wir zwingen niemanden zu irgendwas, wir machen es freiwillig - so viel, wie wir können und wollen.

Ich persönlich kann mir kein Weihnachten vorstellen, ohne dieses Projekt.

Lieben Gruß,

Der Weihnachtsmann

PS.: Da habe ich doch glatt die Phase 4 vergessen … Na nicht dass das noch eine Überraschung wird …

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